Wichtige Informationen zum Rahmen der Therapie bei Calum Anderson

Kann ich Therapie erst einmal ausprobieren, ohne mich fest zu binden?

Ja, absolut. Für mich – und auch für Sie – ist es wichtig, dass es zu Beginn keine Verpflichtung gibt, außer einander offen und authentisch zu begegnen. In der Regel reichen zwei bis drei Sitzungen aus, um einschätzen zu können, ob wir zuversichtlich sind, gemeinsam eine tragfähige und hilfreiche therapeutische Beziehung aufzubauen.

In den ersten etwa fünf Sitzungen geht es darum zu klären, ob Psychotherapie für Sie voraussichtlich hilfreich ist und worauf wir uns inhaltlich konzentrieren möchten. Nach diesen fünf Sitzungen sind meist erste übergeordnete Ziele erkennbar, die im weiteren Verlauf der Therapie besprochen, angepasst oder verfeinert werden können. Innerhalb dieser ersten fünf Sitzungen kann die Therapie jederzeit und ohne Angabe von Gründen beendet werden.

Ihre Offenheit, Ehrlichkeit und Mitarbeit sind entscheidend für den Erfolg der Therapie. Um eine gute therapeutische Beziehung aufzubauen, ist es wichtig, von Anfang an so authentisch wie möglich miteinander zu sein. Studien zeigen sehr deutlich, dass die Qualität der therapeutischen Beziehung ein zentraler Wirkfaktor für den Therapieerfolg ist. Deshalb sind Ihre Zweifel, Fragen oder Unsicherheiten in Bezug auf unsere Gespräche oder den Therapieprozess von großer Bedeutung. Ich bitte Sie ausdrücklich, diese offen anzusprechen. Ein transparenter Umgang mit Unsicherheiten kann helfen, eine stabile und vertrauensvolle Zusammenarbeit zu entwickeln.


Wie kann ich die Therapie gut für mich nutzen?

  • Bitte kommen Sie pünktlich.
  • Bitte erscheinen Sie nüchtern zur Sitzung, d. h. ohne Alkohol, Drogen oder andere Substanzen, die Ihre geistige Klarheit beeinträchtigen könnten.
  • Reflektieren Sie zwischen den Sitzungen über die Therapie. Unterstützend können z. B. Tagebucheinträge, Notizen, (Audio-)Aufzeichnungen aus Sitzungen, zusätzliche Lektüre, kleine Experimente im Alltag, Entspannungsübungen oder Selbstbeobachtung sein.

Psychotherapie bedeutet im Kern, dass Sie lernen, sich selbst besser zu helfen. Das kann herausfordernd sein, ist aber meist sehr lohnend. Es ist hilfreich, sich zwischen den Sitzungen bewusst Zeit für diesen Prozess einzuplanen, damit sich die Wirkung der Therapie entfalten kann. Die wichtigste Grundlage Ihrerseits ist die Bereitschaft, neugierig zu bleiben und aktiv an Ihrem Wohlbefinden zu arbeiten – auf eine nachhaltige und wohlwollende Weise.


Woran merke ich, ob mir die Therapie hilft?

Eine sehr gute Frage. Mögliche Anzeichen dafür, dass die Therapie hilfreich ist, sind zum Beispiel:

  • Sie freuen sich auf die Sitzungen.
  • Sie bemerken mehr Handlungsspielraum und Flexibilität darin, wie Sie auf belastende Situationen reagieren.
  • Sie kommen besser mit schwierigen Menschen oder Situationen in Ihrem Leben zurecht.

Eine gute therapeutische Beziehung und das wiederholte, geduldige Hinwenden zu herausfordernden Themen führen oft zu positiven Effekten, die über die ursprünglichen Therapieziele hinausgehen. Die Symptome, die Sie in die Therapie geführt haben, können weiterhin auftreten – meist seltener oder weniger intensiv – doch Sie fühlen sich ihnen weniger ausgeliefert und haben mehr Raum für andere, sinnvolle Aspekte Ihres Lebens.

Manchmal ist Psychotherapie nicht die passende Antwort, oder ich bin im Moment nicht der richtige Therapeut für Sie. Deshalb spreche ich in der Regel alle fünf bis zehn Sitzungen mit Ihnen darüber, wie Sie unsere Arbeit erleben, ob sie hilfreich ist und was gegebenenfalls angepasst werden sollte. Viele Menschen profitieren im Laufe ihres Lebens von unterschiedlichen Therapieformen oder Therapeut*innen. Mir ist es wichtig, unsere Zusammenarbeit immer wieder offen zu überprüfen.


Welche Methoden setze ich ein?

Ich, Calum Anderson, habe meine Ausbildung zum approbierten psychologischen Psychotherapeuten in Deutschland mit dem Schwerpunkt integrative Verhaltenstherapie absolviert. Im Rahmen meiner Ausbildung habe ich unter Supervision in einer psychiatrischen sowie später in einer psychosomatischen Klinik gearbeitet und dabei mit einem breiten Spektrum psychischer Erkrankungen Erfahrung gesammelt.

Im Verlauf meiner beruflichen Entwicklung ist das IFS-Modell (Internal Family Systems) zu einem zentralen Bestandteil meines therapeutischen Verständnisses geworden. Es hat mein Verständnis der menschlichen Psyche – einschließlich meiner eigenen – deutlich vertieft und mir viel Klarheit und Zuversicht in der therapeutischen Arbeit gegeben. Da ich diesen Ansatz als sehr stimmig und hilfreich im Umgang mit der Komplexität innerer Prozesse erlebe, bildet er derzeit den wichtigsten Rahmen meiner therapeutischen Arbeit.

Meine Entwicklung als Mensch und Therapeut ist nie abgeschlossen. Ich nehme weiterhin selbst Therapie und Supervision in Anspruch, bilde mich regelmäßig fort und lese viel, um meine Klarheit, Flexibilität und Kompetenz in der Arbeit mit meinen Klient*innen kontinuierlich zu erweitern.

Einige grundlegende Annahmen, die unserer therapeutischen Zusammenarbeit zugrunde liegen, sind:

  • Innere Konflikte stehen im Zusammenhang mit verschiedenen Anteilen unserer Persönlichkeit, die unterschiedliche und teils widersprüchliche Anliegen haben.
  • Ziel ist es, innere Disharmonie zu verringern und mehr inneren Frieden zu ermöglichen.
  • Dies geschieht ohne Zwang.
  • Wir begegnen den verschiedenen Anteilen mit Offenheit, Neugier und Freundlichkeit.
  • Wir möchten Belastungen, Schmerz und Leid, die einzelne Anteile tragen, erkennen und lindern und ihnen ermöglichen, sich in neue, weniger extreme Rollen zu entwickeln.
  • Jeder Mensch verfügt über ein inneres Selbst, das u. a. ruhig, neugierig und kreativ ist.
  • Die Rolle des Therapeuten ist es, Sie dabei zu unterstützen, Zugang zu diesem inneren Selbst zu finden und von dort aus Ihre inneren Anteile kennenzulernen.
  • In diesem Sinne ist eine der wichtigsten Beziehungen in der Therapie nicht die zwischen Therapeut und Klient*in, sondern die Beziehung zwischen Ihrem Selbst und Ihren inneren Anteilen.
  • Ziel der Therapie ist es, diese Beziehung so zu stärken, dass therapeutische Unterstützung zunehmend weniger notwendig wird.
  • Wir sind gemeinsam neugierig auf verschiedene Ebenen Ihres Erlebens, insbesondere auf körperliche Empfindungen, da auf dieser Ebene oft tiefgehende und nachhaltige Heilungsprozesse stattfinden.

Was ist, wenn ich zwischen den Sitzungen in eine Krise gerate? Kann ich Sie anrufen?

In der Regel nicht. Zeiten der Erholung und Abgrenzung sind für mich wichtig, um meine Arbeit langfristig verantwortungsvoll ausüben zu können. Wenn Sie häufiger akute Krisen erleben, können wir gemeinsam einen Plan erarbeiten, wie Sie gut für sich sorgen und an wen Sie sich im Notfall wenden können.

Sollten Sie zwischen den Sitzungen dringend Unterstützung benötigen oder sich in einer akuten Krise befinden, können folgende Stellen kurzfristige Hilfe anbieten:

Telefonisch:

Persönlich:

  • Die Arche, Saarstraße 5, 80797 München – https://die-arche.de – 089 / 334041
  • Atriumhaus, Bavariastraße 11, 80336 München – 089 / 7678 9118
  • Psychiatrische Klinik der LMU, Nussbaumstraße 7, 80336 München – 089 / 5160 5511
  • Notruf in Deutschland: 112

Pünktlichkeit

Bitte kommen Sie zu Präsenzterminen maximal zehn Minuten früher, um Wartezeiten zu vermeiden. Sollten Sie sich mehr als ein paar Minuten verspäten, informieren Sie mich bitte kurz per E-Mail.


Wie lange können wir zusammenarbeiten?

Grundsätzlich begleite ich Sie gern bis zu 60 Sitzungen, sofern die Therapie für Sie weiterhin hilfreich ist. Nach den ersten fünf Probesitzungen überprüfen wir alle fünf bis zehn Sitzungen gemeinsam die Wirksamkeit unserer Arbeit und entscheiden über das weitere Vorgehen.


Gibt es Nebenwirkungen?

Psychotherapie kann die Lebensqualität deutlich verbessern und Symptome langfristig reduzieren. Gleichzeitig kann die Auseinandersetzung mit belastenden Themen und der eigenen Biografie zeitweise unangenehme Gefühle oder unerwartete Veränderungen mit sich bringen (z. B. Traurigkeit, Konflikte, Bedauern, Verlustgefühle). Dies kann ein Zeichen dafür sein, dass wichtige Prozesse in Gang kommen. Sollten Sie Fragen oder Sorgen dazu haben – insbesondere wenn Sie sich destabilisiert fühlen oder in eine Krise geraten – sprechen Sie mich bitte an, damit wir gemeinsam passende Schritte vereinbaren können.


Übernimmt meine Versicherung die Kosten?

Das hängt von Ihrer Versicherung ab.

  • Gesetzliche Krankenversicherung: leider nein.
  • Private Krankenversicherung: Wenn ambulante Psychotherapie versichert ist und eine entsprechende Diagnose vorliegt, ist eine Kostenübernahme in der Regel möglich. Oft kann ich Sie bei der Antragstellung unterstützen.

Bitte klären Sie frühzeitig, welche Regelungen für Psychotherapie bei Ihrer Versicherung gelten, da dies für Sie und für meine Planung wichtig ist. Bei Selbstzahlung entfallen diese Formalitäten.


Arztbesuche, alternative Verfahren und Medikamente

Ein ärztlicher Check kann sinnvoll sein, um organische Ursachen auszuschließen. Bitte informieren Sie mich über alle medizinischen oder alternativen Behandlungen sowie über Medikamenteneinnahmen oder Substanzgebrauch, da diese die Therapie beeinflussen können.


Kosten

Sie sind mein direkter Vertragspartner und zahlen mein Honorar gemäß der Gebührenordnung für Psychologische Psychotherapeuten (GOP). Die Rechnung ist innerhalb von 14 Tagen zu begleichen, sofern nichts anderes vereinbart wurde. Bitte sprechen Sie mich bei Zahlungsschwierigkeiten frühzeitig an.


Absage von Terminen

Bei Absagen weniger als 48 Stunden (zwei volle Werktage) vor dem Termin wird ein Ausfallhonorar von 70 % berechnet, da der Termin nicht neu vergeben werden kann. Bei Nichterscheinen ohne Absage wird das volle Honorar fällig.


E-Mail-Kontakt

Bitte beachten Sie, dass E-Mails keinen vollständigen Datenschutz garantieren. Überlegen Sie daher, welche Informationen Sie auf diesem Weg teilen möchten.


Beendigung der Therapie

Wenn Sie sich entscheiden, die Therapie fortzusetzen, stimmen Sie zu, ein späteres Ende der Therapie gemeinsam zu besprechen. Ein reflektierter Abschluss ist ein wichtiger Teil des therapeutischen Prozesses.


Qualitätssicherung

Zur Qualitätssicherung nehme ich regelmäßig an Fortbildungen sowie Supervision und Intervision teil. Dabei werden Inhalte anonymisiert besprochen; Ihre Identität bleibt geschützt.


Was ist Ihnen wichtig?

Welche Fragen haben Sie nach dem Lesen dieser Informationen? Gibt es Wünsche oder Bedürfnisse, die Sie ansprechen möchten? Gerne können Sie Ihre Fragen sammeln und das Gespräch mit mir suchen.